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25.03.2022

Seit Tobias Ebster laufen kann, hat ihn der Motocross-Sport fasziniert. Mit nunmehr 23 Jahren hat es der Zillertaler geschafft, eine Profikarriere zu starten. Doch das Geld ist knapp, der Wille und der Ehrgeiz dafür umso größer. Ziel ist ein Start bei der Rallye Dakar.

Zillertaler Motorradfahrer Tobi Ebster: Profi-Rallye-Crosser, Pizza-Austräger und ein Traum - Rallye Dakar gewinnen

Foto: Epicminutes Production

Warme 25 Grad hatte es im März in der tunesischen Oasenstadt Douz am Rande der Sahara. Tobi Ebster ist aber nicht deswegen für mehrere Wochen dort gewesen, sondern um sich im heißen Wüstensand für die bevorstehende Rallye-Saison vorzubereiten. Jeden Tag legte er auf seiner KTM 450EXC-F gut 100 Kilometer zurück. Ebster ist beim selben Modell geblieben, das Motorrad allerdings ist neu.

Foto: Privat
Foto: Privat

„Ich habe vor allem das Dünenfahren geübt – sowie auch Doppel- und Dreifachhupfer“, erklärt der Zillertaler den Grund für seine Mission. Die Teilnahme an der Oasis-Rallye ist für ihn auch die perfekte Gelegenheit, um einiges dazu zu lernen. Denn der 24-Jährige, der in Fügen wohnt, hat in diesem Jahr große Ziele. Erstmals in seiner Karriere nimmt er an zwei WM-Läufen teil.

Im Juni will Tobi in Andalusien sein WM-Debüt feiern und im Oktober wartet die Rallye Raid im marokkanischen Merzouga. Sukzessive treibt der Neffe von Motocross-Allzeit- Ass Heinz Kinigadner seine Karriere voran. Nach dem sensationellen zweiten Rang im Vorjahr bei der Hellas Rallye sind die WM-Läufe nun eine weitere Steigerung. Der ehrgeizige Motorsportler hat sich entschieden, Profi zu werden, ansonsten wäre der Aufwand nicht mehr machbar. „Es ist im Vorjahr richtig gut gelaufen und ich bin Gesamt-Dritter in der EM geworden“, erzählt er mit einem gewissen Stolz. Ein großer Erfolg.

Seit heuer ist er bei Gloryfy unter Vertrag und hilft bei der Entwicklung von Offroad-Brillen.Foto: Epicminutes Production
Seit heuer ist er bei Gloryfy unter Vertrag und hilft bei der Entwicklung von Offroad-Brillen.Foto: Epicminutes Production

Jede Unterstützung zählt

Foto: Privat
Foto: Privat

Unterstützt wird er hauptsächlich von Sponsoren. Er zählt sie namentlich auf: Gloryfy, Hasi-Moto, Alpina Design, Forty Four Graphics, HSV Ried, Rallye 4 you, Kini RedBull, Hollaus- Bau GmbH, Kini’s Adventure Tours, Süss Med, Sportsmedsüss, Fahrschule Wallner und Gletscherhütte. Auf Instagram (tobias_ebster96) und Facebook werden Interessierte laufend über Trainings- und Rennereignisse informiert. Manche Einheit wurde auch auf Video dokumentiert. Auf „Insta“ hat er es bereits auf über 3000 Follower geschafft.

Traumhafte Bilder vom Rande der Sahara. Viel Zeit zum Genießen bleibt Tobias Ebster in Tunesien jedoch nicht. Foto: Epicminutes Production
Traumhafte Bilder vom Rande der Sahara. Viel Zeit zum Genießen bleibt Tobias Ebster in Tunesien jedoch nicht. Foto: Epicminutes Production

Der junge Zillertaler ist für jede Unterstützung dankbar, kostet ihn doch allein die heurige Saison rund 35.000 Euro. Deshalb bietet er auch Kleinsponsoring ab hundert Euro an. „In unserem Sport ist es leider so, dass Geld Talent schlägt.“

Der Zillertaler legt selbst Hand an, da er sich eine eigene Crew nicht leisten kann.Foto: Alessio Corradini
Der Zillertaler legt selbst Hand an, da er sich eine eigene Crew nicht leisten kann.Foto: Alessio Corradini

Ist er einmal nicht auf Reisen, sondern zu Hause im Zillertal, verdient er sich seine zusätzlichen Brötchen als Pizzabote und Installateur. „Nicht vergessen möchte ich natürlich meine Familie, die eine große Hilfe für mich ist. Ohne ihre Unterstützung wäre das nicht möglich.“ Allzu oft wird er sie in diesem Jahr wohl ohnehin nicht sehen, da sein Renn- und Trainingskalender ziemlich voll ist. Bereits Anfang April startet er bei der Olympia-Rallye in Griechenland. Das Roadbook umfasst 1500 Kilometer. Insgesamt stehen neben den beiden WMLäufen in diesem Jahr auch drei Einsätze in Griechenland sowie weitere „Auftritte“ in Kroatien und Polen auf dem Programm.

Tobias Ebster freut sich über jede Hilfe. Ohne Sponsoren wäre der Cross-Sport für ihn nicht möglich.Foto: Alessio Corradini
Tobias Ebster freut sich über jede Hilfe. Ohne Sponsoren wäre der Cross-Sport für ihn nicht möglich.Foto: Alessio Corradini

Aus Kostengründen wird es für den Tiroler fast ausschließlich eine „One Man Show“ werden. Eine eigene Crew kann er sich nicht leisten. Mittelfristig hofft das Motocross-Talent aus Tirol, dass er ein Team findet, für das er fahren kann. Das würde im kapitalintensiven Motorsport vieles erleichtern.

Ziel ist die Dakar-Rallye

Seit 20 Jahren fährt er Cross. Bereits jetzt hat er sich vom Nachwuchssportler zum viel beachteten Fahrer hochgearbeitet, der kontinuierlich die nächste Stufe besteigt. Sein großes Ziel ist eine Teilnahme an der berühmten Dakar- Rallye. Als Zeitpunkt hat sich Tobi Ebster dafür das Jahr 2024 gesetzt.

Spuren im heißen Wüstensand. Abseits jeglicher Zivilisation, übt Tobias Sprünge und das spezielle Dünenfahren. Foto: Epicminutes Production
Spuren im heißen Wüstensand. Abseits jeglicher Zivilisation, übt Tobias Sprünge und das spezielle Dünenfahren. Foto: Epicminutes Production

Doch bis dahin heißt es, sich aktuell auf die bald beginnende Rallye-Saison vorzubereiten, fleißig Runden zu drehen, Sprünge zu üben und auf den Pisten ordentlich Gas zu geben. Oder über Sanddünen gleiten sowie über Stock und Stein rattern. Und die eine oder andere Pizza wird er auch noch ausgetragen haben.