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25.03.2022

Motor

Rumer Dominik Baumann: Ein Dienstleister im Rennsport

Dominik Baumann im vollen Renneinsatz. Der Rumer ist Profi durch und durch. Foto: Gruppe C Photography

Bei Anruf Rennfahren! So könnte man spektakulär das Jobprofil von Dominik Baumann beschreiben. Der 29-jährige Rumer ist tatsächlich ein Dienstleister im Auto-Rennsport.

Wie ein selbstständiger Unternehmer wird Dominik Baumann für diverse Renneinsätze und für Testfahrten gebucht. Einm„Geschäftsmodell“, das der Tiroler seit sieben Jahren hauptberuflich als Rennprofi betreibt. Was nach einem Traumjobklingt, ist harte Arbeit. Gilt es doch, sich auf den verschiedensten Rennstrecken und gegen die Konkurrenz zu beweisen. Freilich wäre diese Beschreibung allein zu pragmatisch, um das ganz besondere Feeling des Motorsports zu vermitteln.

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Bei speziellen Witterungsbedingungen wie hier kommt es ganz besonders auf die Fahrkünste des Piloten an. Foto: Gruppe C Photography

Bei Dominik Baumann steckt es jedenfalls in den Genen. „Schon mein Vater Oliver wollte Rennfahrer werden. Ich bin es jetzt tatsächlich, weil er es mir ermöglichte“, hat die Familien- DNA im Sohn seine Manifestation gefunden. Begonnen hat Dominik einst mit dem Kartsport, ehe er mit 15 umstieg. Eine Besonderheit war, dass der damalige Sport-Handelsschüler den Zweig „Motorsport“ wählte. Als erster und einziger in ganz Österreich. Seine Passion galt eben ganz den Rennautos, die sich schon bald in Topresultaten widerspiegelte.

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Auch einen Fahrsimulator hat der Rumer in seinem Büro aufgebaut. So hält sich der Motorsportler abseits der Piste fit. Foto: Dietmar Hofer

Der zweite Gesamtrang im Jahr 2015 ist ein absolutes Highlight seiner Karriere. Bereits 2012 wurde er zum Talent des Jahres in der FIA Central European Zone gekürt.

Ruhige, überlegte Art

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Einer der erfolgreichen Auftritte des Duos Dominik Baumann (li.) und Valentin Pierburg in der GT3 ProAm-Serie. Foto: Baumann

Ein Jahrzehnt später ist aus dem Talent von damals längst ein erfahrener Rennfahrer geworden, der wegen seiner ruhigen, überlegten Art, seiner raschen Auffassungsgabe und seinen analytischen Fähigkeiten geschätzt wird. Denn Dominik hat rasch erkannt, dass mit purem Draufgängertum im Rennsport keine Karriere zu machen ist. „Man muss das Risiko stets abwägen. Die Teams suchen eher nach Fahrern, die konstant sind, die das Auto heil ins Ziel bringen und die Teamplayer sind.“ Eigenschaften, die der Rumer, der allgemein in der Szene als „netter Kerl“ gilt, allesamt mitbringt. Schließlich stecken die Teams viel Geld in den Motorsport und Crashs kommen ganz schön teuer.

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In seinem Büro hat Dominik Baumann seine Erfolge dokumentiert. Foto: Dietmar Hofer

Freilich ganz davon blieb auch Baumann nicht verschont. Vor knapp drei Jahren erwischte es ihn in der Nordschleife auf dem Nürburgring. „Ich bin voll in ein anderes Auto gerutscht, das ganze hat wild ausgeschaut. Gott sei Dank bin ich in einem Mercedes gesessen, das als das sicherste Fahrzeug im Rennzirkus gilt.“ Baumann erlitt einen Schlüsselbeinbruch, und saß sechs Wochen später bereits wieder im Auto. Angst kennt der Rumer nicht, da das Vertrauen in die Teams da ist. Seine fahrerische Palette reicht von Kurzstrecken-Rennen bis zu den 24-Stunden- Klassikern auf dem Nürburgring oder im belgischen Spa. In solchen Rennen sitzt er dann zwischen sechs und zehn Stunden hinter dem Steuer. Die aktuelle Serie, an der er mit seinen Team SPS Automotive teilnimmt, ist die GT World Challenge Europe. Diese umfasst fünf Sprint- und fünf Langstreckenrennen. Er fährt Mercedes AMG GT 3.

Valentino Rossi fährt mit

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Foto: Gruppe C Photography

Anfang April geht es für ihn in der Motorsporthochburg Imola los. Die rennsportbegeisterten Tifosi werden dabei aus dem Häuschen sein, ist doch mit Valentino Rossi eine absolute Motorrad-Legende mit dabei. Der neunfache Moto-GP-Weltmeister bestreitet so wie der Tiroler die GT World Challenge Europe.

„Damit bekommen wir natürlich eine Riesenaufmerksamkeit“, freut sich Baumann auf den Start. Er startet mit seinem Schweizer Partner Valentin Pierburg in der ProAm-Klasse. Das heißt, dass ein Team aus einem Profi und einem Amateur besteht.

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Spektakulärer Ritt über die Piste. Da fliegen die Funken so richtig über den Asphalt. Foto: Gruppe C Photography

Viele Tage im Jahr ist er auf Rennstrecken in der ganzen Welt unterwegs. Allein im Jahr 2018 saß er 96 Mal im Flugzeug. Manchmal wurde er auch für kurzfristige Einsätze geordert. Dann kam Corona und die unfreiwillige Rennpause.

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Foto: Gruppe C Photography

Ganz ohne Cockpit war er aber auch in dieser Zeit nicht. In seinem kleinen Büro in der Halle, die er sich mit Kartkollegen Jürgen Schmarl teilt, hat Baumann einen Rennsimulator aufgestellt. Indoor kann er damit sämtliche Strecken abfahren. Eine gute Übung, mehr aber nicht. „Denn im Auto ist es schon ein ganz anderes Gefühl als auf dem Simulator.Am meisten Spaß macht es, wenn ich mich mit meinen Kumpel vor dem Computer matchen kann.“  

Nicht missen möchte er auch das Kartfahren. „Da kann ich mir genau jene Muskeln antrainieren, die ich brauche.“ Denn der Rennprofi aus Rum weiß genau: Obwohl sein Terminplan schon ziemlich feststeht, wird auch in diesem Jahr wieder das eine oder andere Mal das Telefon läuten.

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Fertig für den Start! Die Flammen der Leidenschaft glühen auf der Motorhaube. Foto: Gruppe C Photography

Und es wird heißen: bei Anruf Rennfahren!